Unsere Mensa hat das Biozertifikat erhalten.

Frau Dr. Claussen, Koordinatorin für Nachhaltigkeit und Klimaschutzbeauftragte, hat in einem Gespräch mit unserem Küchenleiter Herrn Addo besprochen, was denn alles "Bio" ist. Lies selbst!
Unsere Mensa hat das Biozertifikat erhalten.

Mensa

Biozertifiziertes und vegetarisches Essen in der Mensa aus regionalem Anbau

Als Konsumenten wäre es uns am liebsten, uns gesund und ausgewogen zu ernähren, dabei soll es uns natürlich auch schmecken und muss bezahlbar sein. Und als besondere Schulen – Klimaschule – ist es uns wichtig, einen kleinen ökologischen Fußabdruck hinsichtlich des Essens zu hinterlassen… infolgedessen müssen wir darauf achten, dass unsere Lebensmittel keine weiten Wege zurücklegen müssen (sie sollen regional sein) und dass sie „Bio“ sind und eigentlich auch, dass die Mahlzeiten vegetarisch oder vegan sind, also möglichst ohne Tiere im Mastbetrieb zubereitet werden.

Ich habe mich mit Toni Addo unserem Mensaleiter darüber unterhalten, wie er mit relativ geringem Budget dennoch diese wichtigen Punkte umsetzt. Von Vorteil für uns ist dabei, dass es sich bei unserem Mensabetrieb um eine Zubereitungsküche handelt, das heißt, es wird frisch zubereitet und selbst gekocht.

Ich wollte zuerst wissen, wie die Zutaten ausgewählt werden. Diese sind nach Möglichkeit saisonal und regional. Das betrifft die Äpfel und die Kartoffeln welche aus Dithmarschen und dem alten Land stammen. Beide sind sogar aus biologischem Anbau!

Ich erfahre, dass unser Mensabetrieb seit Dienstag (1.9.2020) ein Biozertifikat besitzt, das erhält man nach ausgiebiger Prüfung der Lebensmittel, des Lebensmitteleinkaufs und der Lagerung. Wenn mindestens 15% der verwendeten Lebensmittel „bio“ sind, dann erhält ein Betrieb dieses Zertifikat – Toni Addo meint, wir kommen sogar auf ca. 25%. Ich will natürlich wissen, was denn bei uns alles so „bio“ ist: von dem Obst die Äpfel, beim Gemüse die Kartoffel, des weiteren alle Produkte, die aus diesen Kartoffeln zubereitet werden: Kartoffelpuffer, Kartoffelpüree, Wedges, ansonsten noch Nudeln, Bulgur, Couscous und Reis,  aber auch Joghurt, Quark und Milch sowie Tofu.

Klingt nach einem guten Anfang.

Ich möchte wissen, was denn heute – am Mittwoch (2.9.2020) „bio“ war; denn mir ist nur aufgefallen, dass beide Gerichte vegetarisch ausfielen: Nudeln mit einer roten Tomatensauce und mit einer hellen Käsesauce. Dazu eine kleine Schale Salat.

Letzterer war nicht Bio, aber es werde angestrebt, für Weißkohlsalat und für Karotten zukünftig Biogemüse einzukaufen. Also bleiben die Bionudeln.

Und war das Essen „gesund“? … Also in der Käsesauce war frischer Sellerie und Karotte sowie Lauch unsichtbar versteckt. Aha? Irgendwie klingt es enttäuschend – unter Bio hatte ich mir mehr Gemüse vorgestellt. Aber es gibt ja auch noch andere Mensatage… wir werden das im Auge behalten mit dem „Bio“ und gesund…

Dafür kann man aber jeden Tag vegetarisch essen – nur Dienstags und Donnerstags gibt es zusätzlich ein Fleischgericht, Freitags ein Fischgericht. Wenn es allein nach Toni Addo ginge, so würde er auch noch ein weiteres Fleischgericht weg lassen und vegan kochen. Dazu experimentiert er auch schon mal zu Hause und kocht das dann in der Mensa nach. Leider schreibt Toni Addo  die Menüpläne nicht mehr selbst, so dass nun weniger vegan auf den Tisch kommt.  Er ist von der Menüplanung der Geschäftsleitung abhängig…

Aber bei den Wraps, die es neuerdings am Kiosk zukaufen gibt… da geht doch noch was ohne Fleisch, Herr Addo?

Wie zufrieden sind denn die Kids mit dem Essen, möchte ich wissen. Er schätzt, dass 75-85% ganz zufrieden sind, überwiegend die jüngeren Jahrgänge kommen zum Essen (5-7/8). Dennoch, bietet die Mensa Burger oder Würstchen an, so ist die Mensa plötzlich voll und nicht nur Vorbesteller wollen etwas abhaben. „Fast Food entspricht aber nicht den Speiseplanregeln“, wirft Toni Addo dann ein und zuckt bedauernd die Schultern.

Wie ist es denn mit der Elternzufriedenheit? Der Elternbeirat ist in Sachen Fleischgericht-Tage wohl zwiegespalten. Für gar nicht wenige Elternhäuser gehört eine fleischliche Ernährung eben zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Und die Lehrer? Auch diese seien zwiegespalten was die regelmäßige Nahrungsaufnahme durch unser Mensaessen angeht.

Wichtig ist Toni Addo, dass er den Kontakt zu den Konsumenten, vor allem den Schülern hat. Viele kennt er mit Vornamen. Und er wünscht sich die Buffetform zurück, weil sie den Kindern bei der Auswahl und ihm beim Anbieten von zusätzlichen kleinen Beilagen mehr Freiheiten lässt. Auch die vegane Versorgung erscheint ihm in Buffetform einfacher zu sein. Das Buffet soll aber zurück kommen, so zügig, wie es erlaubt sein wird und dann gibt es neue Chancen auf vegane Zubereitungen.

Was wird denn das Essen zukünftig kosten, wenn es jetzt biozertifiziert ist?

3,90 € zahlen jetzt schon die Barzahler. Das entspricht einer Erhöhung um 40 Cent. Die Kinder mit Chip merken noch nichts davon. Nun ja – Qualität hat auch einen Preis.

Apropos Qualität… Zuletzt möchte ich wissen, ob der Kioskverkauf eine Konkurrenz zum Verkauf des gekochten Mittagessens darstellt. Wählen die Schüler mittags lieber Süßes und belegte Brötchen oder warmes Bioessen?

Toni Addo sieht den Kioskverkauf nicht unbedingt als Konkurrenz: Ein Großteil der Kinder könne sowieso nicht mit ihrem Chip am Kiosk einkaufen, auch ist es Eltern möglich, den Kindern ein Tageslimit für den Kiosk-Verkauf auf dem Chip zu speichern. Dann geht nur noch Barzahlung am Kiosk. Und „ohne den Kiosk hier, laufen die alle in die Dannerallee und holen sich Chipstüten und Kratzeis“, meint er. Dann vielleicht doch lieber den kontrollierten Zucker aus dem Mensakühltresen und die leckeren Wraps und Obstbecher.

Für alle Getränkeverpackungen und PET-Flaschen nimmt Toni übrigens Pfand (20 bzw. 30 Cent) – schummeln gibt’s nicht, weil die Mensa verkauften Tetrapacks und PET`s entweder oben oder unten markiert werden… muss ich doch mal drauf achten, wenn ich so eine Getränkeumverpackung irgendwo auf dem Gelände finde ;-)

Wenn das Pfandsystem funktioniert, dann trägt es ja zum Verkleinern des ökologischen Fußabdrucks bei – allerdings muss man bedenken, dass die Tetrapacks sehr schwierig zu recyceln sind, da sie aus Verbundmaterialien bestehen: Versuch doch mal das Alu von der Pappe und dem Kunststoff zu trennen, aus welchem die Behälter aber aufgebaut sind!

Dafür gibt’s keine Papier-Tüten mehr – nur noch Servietten, wenn man sich ein Croissant oder Donut am Kiosk abholt.

Tja, klingt recht gut, das mit dem ökologischen Mensafußabdruck – aber es geht immer besser!

Wenn Du  noch Vorschläge hast, die auch umsetzbar sind, dann kannst Du sicherlich mit Toni Addo mal darüber sprechen – oder mit mir – vielleicht sehen wir uns ja in der Klima-AG?

Sprich mich einfach an oder mail mir über deinen ISERV-account an: maike.claussen@gymmar.hamburg.de

Maike Claussen
Koordinatorin für Nachhaltigkeit und Klimaschutzbeauftragte der Schule Gymnasium Marienthal