Elternmentorin im Interview
Unsere Elternmentorin Frau Schönfeld engagiert sich seit Längerem in der Elternarbeit für das Gymnasium Marienthal. In einem Interview mit dem Europäischen Sozialfond Plus spricht sie über ihre Motivation und das Projekt.
Vor fast zwanzig Jahren kam Jana S. aus Tschechien nach Hamburg. Die 44-jährige Erzieherin engagiert sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit ehrenamtlich für die Bildung und Förderung junger Menschen. Durch ihre Teilnahme am ESF Plus geförderten Projekt „Schulmentoren für starke Schulen“, das sich für bessere Bildungschancen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien einsetzt, qualifizierte sie sich als Elternmentorin.
Wie sind Sie eigentlich zu dem Projekt gekommen?
Als mein Sohn auf die weiterführende Schule kam, habe ich das Angebot der Schulmentoren auf der Schul-Website gesehen. Ich fand es sehr gut, dass es dort Eltern gibt, die anderen Eltern helfen. Ich war schon in der Grundschule meiner Kinder ehrenamtlich tätig und wollte das hier gerne fortsetzen.
Was haben Sie in dem Projekt gelernt?
Das Schulsystem in Tschechien unterscheidet sich an vielen Stellen vom deutschen. Es gibt hier in Deutschland eine größere Vielfalt, auch an Kulturen, Religionen und Nationen. Sport- und Schwimmunterricht haben ein stärkeres Gewicht. Und auch die Kooperation mit den Eltern hat hier mehr Bedeutung. Die Qualifizierung zur Elternmentorin und das Miteinander mit Menschen aus vielen Ländern haben mich persönlich viel offener gemacht. Es ist schön, dass dank des Projekts Eltern mit der Schule zusammenarbeiten.
Was machen Sie jetzt?
Wir unterstützen, wenn es schulische Konflikte gibt und informieren darüber, wo man sich weitere Hilfe holen kann, etwa beim Elternrat oder dem Elternkreisrat. Und wir helfen bei Formularen, die man nicht versteht.
Ich organisiere regelmäßige Online-Elterncafés, in denen wir uns zu den verschiedenen Themen austauschen und unterstütze bei den Lern-Entwicklungsgesprächen. Bei Bedarf können wir auch Dolmetscher sein.
Was hat Ihnen am meisten gefallen?
Die Menschen, die ich kennengelernt habe, die Eltern mit ihren Lebensgeschichten. Ich wurde im Team sehr herzlich aufgenommen. Ich freue mich, dass ich helfen und Schule erklären kann. Es ist schön, wenn Eltern direkt bei einer neuen Schule sehen, da gibt es Eltern, die sich engagieren. Das kann Ängste nehmen, vor allem bei Eltern mit Migrationshintergrund, für die das deutsche Schulsystem neu ist.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Mein Traum wäre ein Elterncafé an der weiterführenden Schule, wie in der Grundschule, mit persönlichen Begegnungen. Das hat am Gymnasium nicht geklappt und wir sind bisher bei Online-Meetings geblieben.
Und dass das Projekt weiterbesteht. Es kommen immer neue Menschen nach Hamburg und sie brauchen Unterstützung. Und ich glaube, die Schule braucht diese Unterstützung auch! .
Wir bedanken uns für das Interview! Weitere Informationen zum Projekt „Schulmentoren für starke Schulen“ finden Sie auf der ESF-Webseite sowie auf der Webseite des Projekts.
Bild und Text: Europäischer Sozialfond Plus
