2. Bezirks-Cup Wandsbek-Süd
Moritz Kröger veranstaltete als Sportreferent des Bezirks Wandsbek Süd zum zweiten Mal ein Schnellschach-Turnier für Schulmannschaften an vier Brettern. 25 Mannschaften aus 10 Schulen kamen 2007, in diesem Jahr gelang eine Steigerung, die andeutet, wie gut das Turnier ist: 36 Mannschaften aus 19 Schulen – und mehr passten wirklich nicht in die neue Lise-Meitner-Halle der Otto-Hahn-Schule. Die Schulleiterin Renate Wiegand begrüßte die Gäste und konnte sich wie alle Teilnehmer über ein perfekt organisiertes Turnier freuen: Christopher Kyeck als Turnierleiter und Dennis Brandt, 8. Klasse aus der Schulmannschaft der OHS, war nach anfänglichen Problemen zwischen Computer und Drucker jederzeit im Bilde, die Verspätung wurde locker aufgeholt, und bei der Siegerehrung, planmäßig kurz nach 14 Uhr, hatten alle noch Kraft genug, die Sieger zu feiern – mit viel Beifall auch für die Organisatoren und die Eltern, Lehrer und Trainer, die Moritz Kröger bei seinem Dank an alle Teilnehmer für ihr faires Spiel nicht vergaß.
Zuerst kam die Grundschule Schimmelmannstraße auf die Bühne, die zum ersten Mal mit zwei Mannschaften aus der 1. und 2. Klasse dabei waren und die beiden letzten Plätze belegt hatten. Eigentlich sollte nur die Mannschaft geehrt werden, die alle Wettkämpfe verloren hatte, aber die Begeisterung der Kids war so groß, dass gleich acht orangefarbene Trikots auf der Bühne leuchteten: Fritz & Fertig 1 war der Preis und Anreiz für den geplanten Aufbau einer Schachgruppe an der Schule. Und Simon durfte bleiben, er sollte aus einer Kiste mit vielen Zetteln den Sieger des Lösungswettbewerbs ziehen, der ein ersticktes Matt in zwei Zügen hatte finden müssen. Mit abgewandtem Gesicht zog Simon … Elias! Da jubelten die Oranjes noch einmal: Elias holte sich auch noch Fritz & Fertig 2 – gute Aussichten für ein starkes Training an der Schimmelmannstraße.
Dann kamen die siegreichen Mannschaften. Zunächst wurde der Pokal an die beste Grundschulmannschaft vergeben, an die Grundschule Oppelner Straße I, die mit 10-4 Mannschafts- und 18 ½ Brettpunkten insgesamt Fünfter des Turniers geworden war – nach einer ausgezeichneten Leistung. Zur Freude ihrer Schachlehrerin Anke Heffter überzeugten aber nicht nur Arkasch Schkapuri, Maximilian Niemeyer, Pascal Grunow und Romeo Santoso, sondern auch alle vier Teams ihrer Schule, denn sie erspielten sich gegen viel Konkurrenz die ersten drei Plätze der Grundschulwertung!
Der Mädchen-Preis ging verdient an das Matthias-Claudius-Gymnasium, dessen vier Mädchen mit 10-4 / 18 ½ fast gleichauf mit der Oppelner Straße I den 6. Platz insgesamt belegten und allen anderen vier Mädchen-Teams deutlich überlegen waren: Das MCG ist Top-Favorit für die Hamburger Vertretung bei den Deutschen Schulschachmeisterschaft in der WK M.
Der Kampf um den Turniersieg war sehr spannend und wurde erst mit der letzten Partie entschieden: Erst als Maximilian Niemeyer für seine Oppelner Straße I zum 2-2 gegen das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium ausglich, stand das Gymnasium Oberalster nach seinem knappen 2 ½ - 1 ½ Sieg gegen den Titelverteidiger Gymnasium Grootmoor I als Turnier-sieger fest. Lange hatte das Gymnasium Marienthal die Führung behauptet, war aber in den letzten beiden Runden auf Platz 3, fast punktgleich mit dem Zweiten, zurückgefallen.
Mit dem Gymnasium Oberalster hat eine Mannschaft gewonnen, die als Schulmannschaft noch frisch in der (neueren) Hamburger Szene, doch ihre beiden Spitzenspieler Julian und Daniel Grötzbach haben schon auf vielen Siegerpodesten in Hamburger Meisterschaften und als Schachbären auch bei Kinderturnieren in den Hamburger Einkaufszentren gestanden – nun waren sie die Garanten des Erfolgs ihrer ungeschlagenen Mannschaft mit 12-2 Mannschafts - und 20 Brettpunkten.
Auch der Zweite, das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, blieb ungeschlagen, gab aber ein Unentschieden mehr ab – ausgerechnet in der letzten Runde, vor der die von den Geschwistern Fabian und Karina Tobianski angeführte Mannschaft nach Brettpunkten vorn lag. Dennoch freute sich Coach Fabian Tobianski, Jugendwart der Schachfreunde Sasel, über den 2. Platz nicht weniger als sein Vereinskamerad Uwe Tranelis, Lehrer am GOA, über den Pokal Sieg der Grötzbach & Co.
Die schmerzlichsten Runden für den Turnierleiter Christopher Kyeck dürften die letzten beiden gewesen sein, als er von seinem Platz auf der Bühne aus mit anschauen musste, wie seine Mannschaft vom Gymnasium Marienthal die lange gehaltene Führung noch verspielte, aber der 3. Platz ist natürlich auch ein Erfolg und vor allem die in den Jungs endlich gereifte Absicht, noch mehr lernen und wirklich trainieren zu wollen …
Das haben sich auch die Mannschaften aus dem Gymnasium Grootmoor vorgenommen, die als Titelverteidiger zu einem allerdings deutlich stärker besetzten Turnier angereist und mit der „Holz-Medaille“ abgereist sind und manche (vielleicht zu heftige) Kritik ihres Trainers aushalten mussten. Nicht so sehr Grootmoor III + IV, die zum ersten Mal dabei waren und sich sehr achtbar schlugen, sondern vor allem die beiden „Top-Teams“, die im Dezember gemeinsam an acht Brettern überlegen Hamburger Meister der Beobachtungsstufe gewor-den waren – und nun doch enttäuschten oder einfach nicht so stark spielten, wie sie glaubten, es zu tun. Aber wir werden hoffentlich lernen aus diesem Turnier und bei nächster Gelegenheit wieder angreifen. Und Spaß hat’s uns wie allen anderen dennoch gemacht.
Eine besondere Erwähnung verdient auch die erste von zwei Mannschaften der gastgebenden Otto-Hahn-Schule. Ihr Spitzenbrett Richard Vo stammt aus der Schule Oppelner Straße; er trainiert dienstags auch heute noch dort und freitags im HSK Schachzentrum – und hat damit einen Weg eingeschlagen, der zu einer weiteren Leistungssteigerung führen wird. Angeführt von Richard, haben auch Marcel Möller, Mirco Toll und Nathalie Pienschke ein gutes Turnier gespielt und sind mit 9-5 Mannschafts- und 13 Brettpunkten als Zehnter knapp hinter den führenden Hamburger Schachschulen gekommen.
Zukunftsweisend ist die Idee des Veranstalters Moritz Kröger, seiner Schule vorzuschlagen, künftig zwei Tage für das Turnier in der Lise-Meitner-Halle zu reservieren. Angesichts der Steigerung der Teilnehmerzahlen und des attraktiven Turniers wäre die Halle wäre die Halle an beiden Tagen, erst mit den Grundschulen und dann mit Mannschaften aus den Klassen 5-8, proppevoll!
Christian
Zickelbein