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XIII. Schulbrief der Senatorin

by tlanger — last modified 2010-06-10 18:22

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Volksentscheid über die Schulreform rückt näher. Plakate säumen den Straßenrand. Überall in der Stadt wird mit Veranstaltungen und Infoständen für die verschiedenen Positionen geworben.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass die meisten Hamburgerinnen und Hamburger die bevorstehende Entscheidung sachlich und nachdenklich betrachten.

Gerade die Hamburger Eltern wägen sehr gewissenhaft das Für und Wider der Reform ab. Kaum jemand macht es sich also leicht mit seiner Entscheidung.

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat seine eigenen Informationsmaßnahmen vor dem Volksentscheid verstärkt. Auf der Internetseite www.mitgeben.hamburg.de haben viele Hamburger Persönlichkeiten ihre eigenen Argumente für die Schulreform zusammengefasst. Im Mittelpunkt unserer Informationsarbeit steht dabei die Schulreform als abgestimmtes Gesamtkonzept.

Nicht alle Elemente der Schulreform stehen zur Abstimmung. Aber wesentliche Teile der Reform sind durch den Volksentscheid berührt. Das gilt beispielsweise für die Frage, ob es erstmals ein Elternwahlrecht nach der 6. Klasse gibt – auf der Grundlage einer besseren Beratung und größeren Prognosesicherheit. Es gilt ebenso für die Frage, ob der frühere Fachunterricht ab der 4. Klasse eingeführt wird. Und es gilt nicht zuletzt dafür, ob die Klassengrößen nur in den ersten bis vierten, oder auch in den fünften und sechsten Klassen abgesenkt werden.

In dieser Woche hat der Senat der Hamburgischen Bürgerschaft eine Mitteilung vorgelegt, in der die Finanzierung der Schulreform in den Jahren 2010 bis 2016 konkretisiert wird.

Demnach fließen nach Abschluss der Reform dauerhaft 74 Millionen Euro mehr pro Jahr in kleinere Klassen, zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer und verbesserte Unterrichtsbedingungen.

Bis zum Jahr 2016 werden insgesamt 970 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen.

Denn eine bessere Schulstruktur und eine bessere Unterrichtsqualität gehören zusammen.

Im Einzelnen enthält die Vorlage folgende Eckpunkte:

  1. Die Lehrerausstattung in den künftigen Stadtteilschulen wird zum nächsten Schuljahr aufgestockt. Für den individualisierten Unterricht einer heterogenen Schülerschaft brauchen diese Schulen mehr Lehrerinnen und Lehrer. Zudem wird auch die Lehrerausstattung in den Oberstufen der Stadtteilschulen an die Gymnasien angeglichen. Auch die Gymnasien erhalten insgesamt 50 Lehrerstellen mehr.
  2. Darüber hinaus wird die Lehrerausstattung in den 4., 5. und 6. Klassen der Primarschulen verbessert, um den verstärkten Fachunterricht ab der 4. Klasse zu ermöglichen. Die Sprachförderung in den 5. und 6. Klassen wird ausgeweitet.
  3. Die Vorschulklassen werden verkleinert und an die Klassengröße der Primarschule angepasst. Es bleibt bei der im Regierungsprogramm des Senats für die Legislaturperiode zugesagten Wahlfreiheit für Eltern zwischen Kita und Vorschulklasse.
  4. Für die Einführung der Schulreform bekommen die Schulen zusätzliche personelle Verstärkung – insbesondere für die Unterrichtsentwicklung, Teambildung, Fortbildung und die Vermeidung des Sitzenbleibens. Zudem werden die Schulleitungen in dieser Phase entlastet und die Schulsekretariate ausgebaut.
  5. Es werden auch mehr neue Lehrerinnen und Lehrer in Hamburg ausgebildet und die Berufseinstiegsphase für Lehrerinnen und Lehrer besser ausgestattet.
  6. Für den Ausbau der Qualitätssicherung im Bereich der Schulinspektion, wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation der Schulreform werden ebenfalls zusätzliche Mittel bereitgestellt.
  7. Und nicht zuletzt: Das Büchergeld wird schon zum kommenden Schuljahr abgeschafft.

Genauere Zahlen können Sie den aktuellen Meldungen auf der Internetseite www.schulreform.hamburg.de entnehmen.

Hinzu kommen noch Investitionen im Bereich des Schulbaus. Diese ergeben sich aus der Notwendigkeit, die zum Teil maroden Hamburger Schulgebäude zu sanieren und zusätzliche Ganztagsschulen einzurichten. Darüber hinaus werden neue Fachräume gebaut und besser ausgestattet, und gerade die Verringerung der Klassengrößen in den 1. bis 6. Klassen machen schrittweise auch Zubauten erforderlich. Die exakten Kosten, die für diese qualitativen Verbesserungen innerhalb der nächsten Jahre anfallen, werden noch ermittelt.

Durch die gemeinsame Vereinbarung für den Schulfrieden zwischen allen Fraktionen der Hamburgischen Bürgerschaft ist ein hohes Maß an Verlässlichkeit für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler und Eltern hergestellt. Besonders dankbar bin ich dafür, dass uns auf diesem Weg auch fast alle Verbände und Institutionen begleiten, die sich in Hamburg für das Gemeinwohl engagieren.

Die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für den gemeinsamen Weg der Hamburger Stadtgesellschaft und Schulgemeinschaften sind geschaffen. Hamburgs Schulreform ist startklar, um im kommenden Schuljahr mit den Klassen 1, 4 und 7 zu beginnen und unsere Schulen besser, leistungsstärker und gerechter zu machen.

Schritt für Schritt, aber mit einem klaren Ziel vor Augen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre

Christa Goetsch

Holstenhofweg 86
D-22043 Hamburg
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Fax 040. 4288631-31
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