X. Schulbrief der Senatorin
Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
ich hoffe, Sie sind alle gut erholt in das neue Schuljahr gestartet. Auf alle – und besonders auf die neu eingeschulten Schülerinnen und Schüler – warten neue Erfahrungen und Herausforderungen. Dabei wünsche ich allen viel Erfolg und viel Freude beim Lernen.
Aus aktuellem Anlass möchte ich auf das Thema „Asbest“ gleich am Anfang eingehen: Wie Sie sicher wissen, sind in einer Schulsporthalle Asbestfasern durch die Heizungsanlage freigesetzt worden. Deshalb hat die Behörde 144 Schulsporthallen mit der gleichen oder einer ähnlichen Heizungsanlage sicherheitshalber vorübergehend schließen lassen. Mit Stand vom heutigen Tage konnten bereits 37 Hallen wieder geöffnet werden. Die weiteren Hallen werden untersucht und nach und nach freigegeben, sofern kein weiterer Prüf- oder Sanierungsbedarf besteht. Dies mag ein aufwendiges Verfahren sein und für Schulen und Sportvereine organisatorische Probleme aufwerfen, doch steht die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte an erster Stelle. Ich kann Ihnen versichern, dass wir das Verfahren so zügig wie möglich durchführen und Hallen umgehend geöffnet werden, wenn keine Gesundheitsgefährdung vorliegt.
Mit dem neuen Schuljahr tritt auch die Schulreform in die nächste Phase. Deshalb ist es mir wichtig, Ihnen darzustellen, in welchen Schritten und in welchem Tempo die Reform in den Schulen umgesetzt wird. Die Reform kommt nicht auf einen Schlag, vielmehr wird sie Schritt für Schritt eingeführt. Ein kurzer Blick zurück: Im Frühjahr dieses Jahres sind die Rahmenkonzepte für die verschiedenen Schulformen veröffentlicht worden. Im Juni wurde die Schulgesetznovelle in die Hamburgische Bürgerschaft eingebracht. Im Juli – nach Beendigung der Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK) - hat die Schulbehörde den Entwurf für einen Schulentwicklungsplan vorgelegt. Dieser Entwurf liegt den schulischen Gremien, den Kreiselternräten, den Kreisschülerräten und den Bezirksversammlungen vor, die bis Ende September Gelegenheit haben, dazu Stellung zu nehmen. Anschließend haben Elternkammer, Lehrerkammer und SchülerInnenkammer sowie der Landesschulbeirat die Möglichkeit zur Stellungnahme. Unter Berücksichtigung aller Stellungnahmen soll Ende November 2009 die Deputation der Behörde für Schule und Berufsbildung über den endgültigen Schulentwicklungsplan für die staatlichen Primarschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien in Hamburg von 2010 bis 2017 beschließen.
Im August 2010 starten dann die konkreten Veränderungen in den Klassenstufen 1, 4 und 7:
- Alle Kinder, die 2010 in die 1. Klasse eingeschult werden, profitieren von Anfang an von den Veränderungen. Sie lernen in kleineren Klassen, erhalten ein Englischangebot, der Unterricht wird individueller gestaltet, zu den erbrachten Leistungen erhalten die Kinder und die Eltern differenzierte Rückmeldungen. Dazu gehören zum Beispiel zwei verbindliche Lernstandsgespräche im Schuljahr. Dadurch können Schule und Eltern sich besser gegenseitig informieren und das Lernen der Kinder begleiten und bestärken. Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten in Teams, die gemeinsam die pädagogische Arbeit verantworten. Grundsätzlich gibt es keine Klassenwiederholung mehr.
- Alle Kinder, die im Sommer 2010 in die 4. Klasse wechseln, profitieren ebenfalls von den oben genannten Verbesserungen. Außerdem werden zwei neue Lernbereiche eingeführt: Naturwissenschaften und Technik sowie Gesellschaft. Verstärkt unterrichten Fachlehrkräfte aus den weiterführenden Schulen.
- Alle Kinder, die im Sommer 2010 in die 7. Klasse einer Stadtteilschule oder eines Gymnasiums wechseln, können von den neu entstehenden Profilen der Schulen profitieren, erhalten individuelle Förderung statt Klassenwiederholungen und bekommen erweiterte Leistungsrückmeldungen und -bewertungen.
Für diese drei Jahrgänge gelten ab dem Schuljahr 2010/11 überarbeitete Bildungspläne, eine neue Kontingentstundentafel sowie überarbeitete Prüfungsordnungen. Auch hier werden Sie viel Bekanntes, aber auch einiges Neue finden. Die Entwürfe dafür werden voraussichtlich Anfang 2010 vorliegen.
In allen anderen Jahrgangsstufen ändert sich zunächst wenig. Die Neuerungen werden Schritt für Schritt, Jahrgangsstufe für Jahrgangsstufe eingeführt. In der Primarschule arbeiten alle Klassen von 1 bis 6 ab dem Schuljahr 2012/13 unter den neuen Bedingungen. Am Ende des Schuljahrs 2015/16 sind im Gymnasium die Neuerungen in allen Jahrgangsstufen eingeführt, in der Stadtteilschule ist dies ein Jahr später der Fall.
Auch alle baulichen Fragen und die der Personalorganisation werden Schritt für Schritt von Jahr zu Jahr umgesetzt. Es wird so schnell wie möglich und so umfangreich wie nötig gebaut werden – aber es muss nicht alles im Sommer 2010 fertig sein.
In der Anlage finden Sie eine Tabelle, die die schrittweise Umsetzung veranschaulicht. Hierzu erscheint demnächst im Internet unter www.schulreform.hamburg.de ein ausführliches Planungspapier, dem Sie entnehmen können, was die Neuerungen für die jeweiligen Jahrgangsstufen bedeuten. Für alle Fragen rufen Sie gern die Hotline der Behörde an: Telefon 428 99 77 33. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen Ihnen gerne weiter.
Lassen Sie uns in gemeinsamer Verantwortung das neue Schuljahr angehen mit dem Ziel, die besten Chancen und Lernmöglichkeiten für alle Kinder zu schaffen.
Ihre
Christa Goetsch